Führung

Es sind nicht Unternehmen, die scheitern, es sind ihre Führenden, die scheitern.

Quelle: Warren G. Bennis, amerikanischer Ökonom

Definition

Führung beschreibt die zielorientierte Einbindung von Mitarbeitern und Führungskräften in einem Unternehmen. Dabei werden oft die Begriffe Management, Leadership und Führung gleichgesetzt. Management beschreibt eine Reihe von Prozessen, wie beispielsweise den Planungs- und Controllingprozess oder sonstige organisatorische Aufgabenstellungen. Management schafft ein Maß an Vorhersehbarkeit und Ordnung mit dem Potenzial schnelle Erfolge zu schaffen. Leadership / Führung hingegen definiert die Zukunft. Dabei spielen die Festlegung der Richtung, Ausrichtung, Motivation und Inspiration der Mitarbeiter eine entscheidende Rolle. Erfolgreiche Unternehmenstransformation basiert zum Großteil auf Führung und Führungskräfteentwicklung. Denn Führung und Personalentwicklung erzeugen Wandel mit dem Potenzial, sinnvolle Veränderungen zu bewirken.

Quelle: Vgl. Kotter (1998) Chaos, Wandel, Führung, Leading Change

Unternehmens­steuerung heute und morgen

Kompass zur Orientierung der Personentwicklung, Führungskräfteentwicklung und dem Führungsverhalten

Die Anforderungen an heutige Führungskräfte haben sich in den letzten Jahren massiv verändert. Um als Unternehmen konkurrenzfähig zu bleiben, muss neben einer klaren Struktur vor allem auch die neue Art der Führung berücksichtigt werden. Ziel dabei ist es bei den Mitarbeitern, als Treiber für Effizienz, intrinsische Motivation und inneren Antrieb zu schaffen.

Vertrauen und Feedback ersetzen künftig die Kontrolle und auch Selbstmanagement-Strukturen sollte eine größere Bedeutung zufallen, da diese schneller sind als Hierarchien. Zudem soll eine Innovationskultur gelebt werden, da diese die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens sichert.

Quelle: Vgl. Harvard Business Manager, "Sonderheft Nextland", 2016

Leadership hat Veränderungen einzuleiten, das ist seine wichtigste Aufgabe
– John P. Kotter

Kompetenzen

Die Anforderungen und Kompetenzen an eine Führungskraft im Change Management sind vielfältig. Sie lassen sich in die vier wichtigen Bereiche Fachkompetenz, Sozialkompetenz, Methodenkompetenz und Personalkompetenz untergliedern.

Darstellung zum Kompetenzprofil von Führungskräften

Fachkompetenz bezeichnet dabei das notwendige Wissen von Führungskräften in fachspezifischen Themengebieten. Daneben beschreibt die Sozialkompetenz Anforderungen wie Konfliktfähigkeit, Teamfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit oder auch Beziehungsmanagement von Führungskräften. Loyalität, Zeitmanagement, Selbstorganisation, Lernfähigkeit oder Eigenverantwortung sind Anforderungen an eine Führungskraft im Bereich der personalen Kompetenz. Im Bereich der Methodenkompetenz gilt es die Ansprüche der Trainingskompetenz, Motivationsfähigkeit oder auch analytische Fähigkeiten abzudecken.

Quelle: Vgl. Klinger "Change Erfolg ist abhängig von der Qualität der Führungskraft", 2016

Führungsstill

Um Unternehmenstransformation erfolgreich umzusetzen, ist der Führungsstil entscheidend. Dabei gilt es die Mitarbeiter zu begeistern , Visionen der Veränderung überzeugend zu kommunizieren und Motivation für den Veränderungsprozess zu schaffen. Der entscheidende Schlüssel für eine gute Personalentwicklung / Führungskräfteentwicklung ist es, dass man sich im Klaren ist, auf welche Art und Weise man führen möchte. Die jeweiligen verschiedenen Methoden können unterschiedliche Ziele verfolgen und basieren auf den Werten und Normen der Unternehmenskultur. In der Unternehmenstransformation hat sich vor allem der transformationale Führungsstil bewährt.

Gegenüberstellung von transaktionalem und transformationalem Führungsstil

Transaktionaler Führungsstil

Im Gegensatz zum transformationalen Führungsstil eignet sich in einer Krisensituation der transaktionale Führungsansatz als Mittel zum Erfolg. Anders als bei der Transformationalen Führung, in dem der Leader vordergründig als Vorbild fungiert und so sein Team "inspiriert", werden in der transaktionalen Führung die Mitarbeiter durch Anreize motiviert und Projekte analytisch und sachorientiert erarbeitet. Die Führungsperson befindet sich in einem ständigen Austauschprozess, indem sie kontrolliert und honoriert. Durch diese Art der "Manipulation" wird Ordnung geschaffen.

Transformationaler Führungsstil

Transformationale Führung fordert spezielle Persönlichkeits­merkmale und Rollen für eine Führungs­kraft. Dabei werden bei den Persönlichkeits­merkmalen zielgerichtete Willenskraft, mit den Rollen Visionär und Coach, und emotionalen Intelligenz, mit den Rollen Wohltäter und authentischen Vorbilds, unterschieden. Jede Rolle in der transformationalen Führung hat einen anderen Fokus. Der Führungsstil des Visionärs soll inspirierend motivieren, während ein Coach die individuelle Entwicklung fördert. Der Wohltäter hat die intellektuelle Stimulierung zur Aufgabe und in der Vorbildfunktion spielt Charisma die wesentliche Rolle.

Ordnung und Beständigkeit im komplexen Großunternehmen stehen im Vordergrund

  • Mitarbeiter durch Anreize motivieren
  • Erreichte Ziele honorieren
  • Eine "Geben und Nehmen Beziehung" zwischen Mitarbeiter und Führungskraft herstellen
  • Das Projekt analytisch erarbeiten
  • Das Projekt sachorientiert erarbeiten
  • Den Mitarbeiter kontrollieren
  • Führungskraft nimmt eine passive Rolle ein
  • Mitarbeiter haben klare Zeilen und verfolgen diese selbstständig
  • Führungskraft sorgt für Ordnung

Der Gedanken des Wandels steht im Vordergrund

  • Mitarbeiter inspirieren und motivieren
  • Führungskraft nimmt die Rolle des Vorbildes wahr 
  • Veränderung aktiv kommunizieren 
  • Sinn der Veränderungen erklären 
  • Eine Vertrauensbasis und Glaubwürdigkeit schaffen 
  • Den Mitarbeitern Verantwortung übertragen 
  • Mitarbeiter weiterentwickeln 
  • Mitarbeiter wertschätzen 
  • Widerstände aktiv bewältigen 

In der Praxis gibt es meist eine Kombination beider Führungsstile, das Führungsverhalten ist situationsgetrieben und abhängig von der Persönlichkeitsstruktur der Führungskraft. Die transformationale Führung eignet sich besser für das geschickte Beeinflussen von sozialen Systemen,  auch weil die Befindlichkeiten der jüngeren Generation damit besser berücksichtigt werden. 

Rollen udn Persönlichkeitsmerkmale im Tansformationalen Führungsstil

Die größte Herausforderung im Changemanagement besteht darin, dass der Chef und Change Agent seine Mitarbeiter nicht nur führen und entwickeln, sondern auch den Veränderungsprozess managen muss. Währen des permanenten Wandels darf er dabei nie die Zukunft aus den Augen verlieren und muss seine Infrastrukturen und Ressourcen bei optimierten Kosten sichern. Der Geschäftsführer agiert nicht mehr als Fachmann, sondern als Manager. Die soziale Kompetenz in seiner Funktion als Trainer, Coach und Berater spielt dabei eine immer wichtigere Rolle. Er muss sich selbst der Veränderung stellen, ansonsten findet sie nicht statt.

Quelle: Vgl. Klinger "Change Erfolg ist abhängig von der Qualität der Führungskraft" 2016

Führungs­koaltition

Erfolg im Change Management kann nicht durch einzelne Personen erreicht werden. Nur durch Bilden einer Führungskoalition ist es möglich, „Visionen zu entwerfen, diese an die Beteiligten zu vermitteln, Störimpulse zu beseitigen und die Veränderungsprojekte in dieser schnelllebigen Zeit zu führen“. Die Zusammenarbeit im Team kann die Motivation der Mitarbeiter erhöhen. Während des Transformationsprozesses sollte man auf vier wesentliche Charakteristika der Führungskoalition achten, um die Nützlichkeit des Teams und damit den Erfolg des Changemanagments zu garantieren:

  • Autorität: Wurden die richtigen Mitarbeiter ausgewählt, damit der Wandel nicht verhindert wird?
  • Sachkenntnis: Sind die entscheidenden Fähigkeiten, wie Disziplin, Arbeitserfahrung und Charakter im Team vertreten, die eine intelligente Entscheidungsfindung ermöglichen?
  • Glaubwürdigkeit: Beinhaltet das Team Mitarbeiter, die eine gute Reputation haben, damit ihr Vorhaben auch ernstgenommen wird?
  • Führung: Behinhaltet das Team ausreichend Leader, die den Wandel vorantreiben können?

Bei der Bildung der Führungskoalition ist nicht nur auf die hierarchische Stellung, sondern auch auf Persönlichkeitsmerkmale und Verhaltensmuster zu achten. So können die individuellen Stärken gefördert und eine klare Struktur innerhalb des Teams entwickelt werden.

Aufbau und Zusammenstellung einer Führungskoalition

Manager sind zum Einen für das Führen und Entwickeln von Menschen zuständig, zum Anderen für das Managen von Veränderungsprozessen. Innerhalb einer Führungskoalition sind jegliche Hierarchieebenen hinfällig. Ziel ist es zusammen ein Strategienetzwerk zu erarbeiten. Dabei werden sie durch externe Faktoren, wie beispielsweise den Informationsstand oder dem Fachwissen, beeinflusst. Die Art der Führungspersönlichkeit und die Reputation einer Person helfen passende Führungskräfte auszuwählen. Innerhalb der Führungskoalition spielt Teamarbeit eine große Rolle. So kann sich eine gemeinsame Einschätzung der Situation positiv auf das Endresultat auswirken. Beteiligte innerhalb der Führungskoalition sind Top-Manager, passende Führungskräfte und Mitarbeiter, die es wollen, aber auch ggf. einflussreiche Gesellschafter, einzelne Mitglieder des Aufsichtsrats und Schlüsselkunden.

 

Quelle: Vgl. Kotter (1998) Chaos, Wandel, Führung, Leading Change